Bitcoin-Abspaltung eCash startet mit ECX-Guthaben für Bitcoin-Halter
Das von Paul Sztorc und LayerTwo Labs entwickelte eCash-Netzwerk ist am 29. Oktober 2026 als eigenständige Abspaltung von Bitcoin gestartet. Bitcoin-Guthaben am maßgeblichen Block wurden im Verhältnis 1:1 auf die neue Blockchain übernommen. Der Zugriff auf die neuen ECX-Coins hängt jedoch von geeigneter Software oder der Unterstützung des jeweiligen Verwahrers ab. Die Handelsmöglichkeiten sind bislang begrenzt. [1][2][3] (cointelegraph.com)
Eigenes Netzwerk mit zusätzlichen Anwendungen
Die Abspaltung erfolgte bei Bitcoin-Block 973.728. eCash führt die bis dahin gemeinsame Transaktionshistorie auf einer separaten Blockchain fort. ECX und BTC sind damit unterschiedliche Vermögenswerte auf unterschiedlichen Netzwerken; die Abspaltung selbst verändert die Bitcoin-Guthaben nicht. Ein gleich hoher Bestand bedeutet auch keinen gleichen Marktwert. [1][3] (cointelegraph.com)
Technischer Schwerpunkt sind sogenannte Drivechains: angeschlossene Blockchains mit eigenen Regeln, auf denen Entwickler zusätzliche Anwendungen erproben können. Nach der Projektdokumentation beschreibt BIP300 die Verwahrung von Guthaben und durch Miner signalisierte Auszahlungen; BIP301 sieht vor, dass Miner Vergütungen für die Einbindung von Sidechain-Blöcken erhalten können, ohne diese Sidechains selbst vollständig zu prüfen. [3] (ecash.com)
Laut dem übergebenen Ausgangsartikel von Cointelegraph starteten mit dem Hauptnetz die fünf Sidechains BitNames, BitAssets, Thunder, Truthcoin und zSide. Sie sollen unter anderem Anwendungen für Zahlungen, Datenschutz, digitale Vermögenswerte und Prognosemärkte ermöglichen. Photon und die dezentrale Handelsplattform CoinShift wurden als weitere Vorhaben genannt, nicht als bereits gestartete Angebote. [1] (cointelegraph.com)
Zugriff erfordert eine sichere Trennung der Guthaben
Nach Angaben des Projekts besitzt eine Adresse, die am maßgeblichen Bitcoin-Block BTC hielt, auf der neuen Blockchain einen entsprechenden ECX-Bestand. Wer die privaten Schlüssel selbst kontrolliert, benötigt für den Zugriff passende eCash-Software. Bei verwahrten Bitcoin entscheidet dagegen die Gutschrift- und Unterstützungspolitik des Anbieters darüber, ob Kunden ECX erhalten. [3] (ecash.com)
Dabei besteht ein Replay-Risiko: Eine Transaktion mit noch nicht getrennten Beständen kann unter Umständen auf beiden Netzwerken gültig sein. Die Projekt-FAQ stellt klar, dass der vorgesehene Schutz gezielt genutzt werden muss und nicht automatisch jede Transaktion absichert. Sie beschreibt eine Trennung zunächst auf der eCash-Seite und warnt außerdem vor ungeprüfter Wallet-Software sowie unsachgemäßem Umgang mit privaten Schlüsseln. Der Zugriff auf ECX ist deshalb nicht mit einem risikofreien Abruf zusätzlicher Coins gleichzusetzen. [3] (ecash.com)
Gutschrift und Handel sind unterschiedliche Schritte
Cointelegraph berichtet, NeoxEX habe am 29. Oktober Einzahlungen, Auszahlungen und den Handel mit nativem ECX gegen USDT, USDC und BTC eröffnet. Die verlinkte Börsenseite lieferte bei der Recherche keinen lesbaren Mitteilungstext; diese Angaben bleiben daher dem Ausgangsbericht zugeschrieben. [1] (cointelegraph.com)
Eine zugängliche Mitteilung von CoinW vom 30. Oktober 2026 kündigte dagegen die automatische Gutschrift an berechtigte Kunden innerhalb von 24 Stunden an, ebenfalls im Verhältnis 1 BTC zu 1 ECX. Über Handel, Einzahlungen und Auszahlungen wollte die Börse gesondert informieren. Diese Ankündigung belegt weder eine tatsächlich abgeschlossene Verteilung an alle Berechtigten noch einen eröffneten Handelsmarkt. [4] (coinw.com)
Daneben nennt der Ausgangsartikel einen Liquiditätspool auf der Solana-Handelsplattform Orca. Dort wird eine verpackte Variante, wECX, gehandelt – nicht unmittelbar der native Coin des eCash-Netzwerks. Auch die Projektwebsite unterscheidet ausdrücklich zwischen wECX auf Solana und ECX auf der eigenen Blockchain. [1][2] (cointelegraph.com)
Begrenzte Aussagekraft der frühen Marktdaten
Für den 5. November 2026 nennt Cointelegraph unter Berufung auf CoinMarketCap einen ECX-Preis von 32,63 US-Dollar und ein Handelsvolumen von rund 355.000 US-Dollar innerhalb von 24 Stunden. Zugleich berichtet der Artikel, CoinGecko habe lediglich eine Vorschauseite ohne Kurs und erfasste Handelsmärkte geführt; Kaiko habe erklärt, ECX nicht zu verfolgen. Diese historischen Angaben wurden hier nicht anhand eines entsprechenden Datenarchivs unabhängig bestätigt. [1] (cointelegraph.com)
Die von LayerTwo Labs gegenüber Cointelegraph genannte frühe Preisspanne von 40 bis 50 US-Dollar war dem Bericht zufolge nicht durch Angaben zur Orderbuchtiefe oder zum Handelsvolumen unterlegt. Aus den genannten Kursen lässt sich daher nicht ableiten, zu welchen Preisen größere ECX-Bestände tatsächlich verkauft werden könnten. [1] (cointelegraph.com)
Auch die Sicherheitsfrage bleibt relevant: Sztorc weist gegenüber Cointelegraph die Sorge zurück, Miner könnten sich zur Entwendung von Sidechain-Guthaben koordinieren. Das ist seine Einschätzung, kein Nachweis der Sicherheit. Die Projektwebsite selbst weist darauf hin, dass die gemeinsame Vorgeschichte mit Bitcoin keine gemeinsame Mining-Sicherheit bedeutet und Sidechain-Auszahlungen eine Zustimmung der Miner sowie Wartezeiten erfordern. [1][2] (cointelegraph.com)
Quellen
- Cointelegraph Magazine — Christina Comben: „Bitcoin holders have received eCash — What can you do with it?“, veröffentlicht am 7. November 2026. Übergebener Ausgangsartikel; zusätzlich als Webvolltext gelesen.
- eCash-Projektwebsite: „eCash | ECX – Bitcoin fork, with Drivechains“, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum; mit Startmeldung vom 29. Oktober 2026.
- eCash-Projektdokumentation: „Questions about eCash“, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum; technische Referenzen laut Seite ursprünglich am 24. September 2026 geprüft.
- CoinW: „Announcement on the Completion of the eCash (ECX) Bitcoin Hard Fork and Airdrop Distribution“, veröffentlicht und aktualisiert am 30. Oktober 2026.

