FinCEN ordnet Transfersperre für MEXC an – Bericht meldet 126 Millionen US-Dollar Nettoabflüsse
Die US-Finanzaufsichtsbehörde FinCEN hat am 6. November 2026 eine Anordnung erlassen, die erfassten US-Finanzinstituten künftig Geld- und Kryptotransfers von und zu MEXC Global untersagt. Sie begründet den Schritt mit Transaktionen über 16,7 Milliarden US-Dollar, die sie mit mutmaßlich illegalen Finanzaktivitäten verbindet. Zeitgleich verzeichnete die Kryptobörse laut CryptoSlate erhebliche Nettoabflüsse. MEXC erklärt, der Betrieb laufe normal und Kundenvermögen sei sicher. [1–4] (fincen.gov)
Was die US-Anordnung vorsieht
FinCEN, eine Behörde des US-Finanzministeriums, stuft MEXC Global als ausländisches Finanzinstitut ein, bei dem im Zusammenhang mit illegalen russischen Finanzaktivitäten besondere Geldwäschebedenken bestehen. Darauf gestützt untersagt sie den betroffenen US-Finanzinstituten Transfers von und zur Börse. Das Verbot umfasst ausdrücklich auch Kryptowährungen. [2] (fincen.gov)
Die Beschränkung gilt nicht unmittelbar seit der Ankündigung: Sie soll 30 Tage nach Veröffentlichung im Federal Register wirksam werden. Die vorliegende Vorabfassung nennt dafür noch kein konkretes Kalenderdatum. Das US-Finanzministerium bestätigt diese Frist und betont, dass bestehende Geldwäsche- und Sanktionspflichten unverändert bleiben. [2, 3] (fincen.gov)
Die Anordnung ist kein weltweites Betriebsverbot für MEXC und verfügt keine pauschale Einfrierung sämtlicher Kundenguthaben. Für unerwartet eingehende Kryptotransfers berücksichtigt FinCEN technische Grenzen und räumt den betroffenen Instituten begrenzten, einzelfallbezogenen Handlungsspielraum ein. Daraus folgt jedoch keine automatische Zusage einer Gutschrift oder Rückzahlung. [2] (fincen.gov)
Welche Transaktionen FinCEN beanstandet
Nach der behördlichen Analyse wickelte MEXC zwischen Mai 2021 und Mai 2026 Transaktionen über insgesamt 16,7 Milliarden US-Dollar ab, die FinCEN mit russischen illegalen Finanzaktivitäten, Sanktionsumgehung, Cyberkriminalität und weiteren rechtswidrigen Aktivitäten verbindet. Es handelt sich um Feststellungen und Bewertungen der Behörde, nicht um ein in den vorliegenden Quellen dokumentiertes Gerichtsurteil. [2] (fincen.gov)
Das US-Finanzministerium nennt unter anderem:
- knapp 1,5 Milliarden US-Dollar an direkten und indirekten Transaktionsbezügen zur Umgehung russischer Sanktionen, darunter 232 Millionen US-Dollar im direkten Austausch mit sanktionierten Unternehmen;
- etwa 1 Milliarde US-Dollar an direkten Transfers mit mehr als 40 identifizierten iranischen Kryptobörsen;
- rund 22 Millionen US-Dollar an Transaktionen im Zusammenhang mit der iranischen Zentralbank und den Revolutionsgarden einschließlich ihrer Quds-Einheit. [3] (home.treasury.gov)
Nach Darstellung des Ministeriums verarbeitete MEXC noch im Juni 2026 Transaktionen mit den sanktionierten Börsen Garantex und Grinex. Die Behörde sieht erhebliche Mängel bei den Kontrollen gegen Geldwäsche, obwohl MEXC die Nutzung aus bestimmten sanktionierten Staaten nach eigenen Regeln untersagt. [3] (home.treasury.gov)
Abflüsse sind kein Nachweis einer Finanzierungslücke
CryptoSlate berichtete am 7. November unter Berufung auf DeFiLlama von 126,03 Millionen US-Dollar Nettoabflüssen innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraums, der die Ankündigung einschloss. Zugleich seien rund 4,353 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten in überwachten Wallets erfasst gewesen. Diese historische Momentaufnahme wird hier dem Ausgangsartikel zugeschrieben; die laufend aktualisierte DeFiLlama-Seite belegt nicht exakt dessen damaliges Zeitfenster. [1, 5] (cryptoslate.com)
Die Zahlen zeigen weder, dass sämtliche Abflüsse nach der Bekanntgabe erfolgten, noch, dass die US-Maßnahme sie verursachte. Auch lässt sich daraus nicht ableiten, ob MEXC alle Verbindlichkeiten gegenüber Kunden decken kann: Überwachte Walletbestände allein beantworten diese Frage nicht. [1] (cryptoslate.com)
MEXC kündigt Prüfung seiner Kontrollen an
MEXC teilte in einer offiziellen Stellungnahme mit, die Anordnung gemeinsam mit seinen Rechts- und Compliance-Teams zu prüfen. Außerdem habe das Unternehmen eine unabhängige Überprüfung seiner Geldwäsche- und Sanktionskontrollen begonnen und wolle konstruktiv mit FinCEN sowie anderen zuständigen Behörden zusammenarbeiten. Den normalen Betrieb und die Sicherheit der Nutzervermögen versichert die Börse selbst; die Stellungnahme ist kein unabhängiger Nachweis ihrer finanziellen Lage. [4] (mexc.com)
Die wirtschaftliche Größenordnung verdeutlichen weitere Angaben des Ausgangsartikels: Laut einem dort angeführten TokenInsight-Bericht erreichte MEXC im dritten Quartal 2026 ein Handelsvolumen von 1,069 Billionen US-Dollar und einen Marktanteil von 8,91 Prozent unter den untersuchten Börsen. Der zugrunde liegende Studienvolltext lag für diese Zahlen nicht vor. Wie stark MEXC für sein Geschäft auf die von der Transfersperre erfassten Finanzinstitute angewiesen ist, bleibt nach dem Ausgangsbericht offen. [1] (cryptoslate.com)
Quellen
- CryptoSlate — übergebener Ausgangsartikel: Oluwapelumi Adejumo, „MEXC sees $126 million outflows as US targets exchange over $16.7 billion in suspected illicit transactions“, veröffentlicht am 7. November 2026, 15:10:42 UTC.
- FinCEN — Originalanordnung: „Imposition of Special Measure Prohibiting the Transmittal of Funds Involving MEXC Global“, am 6. November 2026 bekannt gegeben; Vorabfassung zur Veröffentlichung im Federal Register.
- US-Finanzministerium — Behördenmitteilung: „Operation Economic Outcast Severs MEXC Global’s Access to the U.S. Financial System“, 6. November 2026.
- MEXC — Unternehmensstellungnahme: „Statement Regarding FinCEN’s November 6 Order“; auf der gelesenen Seite ohne absolutes Veröffentlichungsdatum.
- DeFiLlama — laufend aktualisierte Datenübersicht: „Crypto Exchange Reserves and Inflows“; kein historischer Beleg für das genaue 24-Stunden-Fenster des Ausgangsartikels.

