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Lake Erie Foundation fordert vorsorgliche Regeln für Unterwasser-Rechenzentren

Die Umweltorganisation Lake Erie Foundation will mögliche Unterwasser-Rechenzentren in den Großen Seen frühzeitig regulieren lassen. Nach einem Guardian-Bericht vom 7. November 2026 hat sie dazu Abgeordnete in drei US-Bundesstaaten kontaktiert. Konkrete Vorhaben in den Großen Seen sind dem Bericht zufolge bislang nicht vorgeschlagen; die Umweltbehörde von Ohio meldet keine entsprechenden Genehmigungsanträge. [1] (theguardian.com)

Die in Ohio ansässige Organisation möchte verhindern, dass Schutzvorschriften erst nach Eingang konkreter Projektanträge diskutiert werden. John Lipaj von der Lake Erie Foundation sagte dem Guardian, man habe Mitglieder der Parlamente von New York, Ohio und Michigan angesprochen. Ziel seien rechtliche Vorgaben, bevor Entwickler mögliche Standorte in den Seen beantragen. Es handelt sich damit um eine vorsorgliche Initiative, nicht um den Widerstand gegen ein bereits eingereichtes Unterwasserprojekt am Eriesee. [1] (theguardian.com)

Den überregionalen Anlass liefern Überlegungen zu Rechenzentren auf dem Meeresboden. Der Guardian berichtet unter Verweis auf andere Medien, die Trump-Regierung befasse sich mit vier vorgeschlagenen Anlagen vor Maine und Alaska. Diese Zahl und der konkrete Verfahrensstand ließen sich anhand des verlinkten, bei der Recherche nicht zugänglichen weiterführenden Berichts nicht eigenständig prüfen. Eine Bauentscheidung ist damit nicht belegt. [1] (theguardian.com)

Sorge vor Abwärme und möglichen Lecks

Lipaj nennt gegenüber dem Guardian zwei zentrale Risiken: die Abgabe von Wärme an das Wasser sowie mögliche Verunreinigungen durch austretende Flüssigkeiten, Batterien oder elektrische Ausrüstung. Seine Aussagen beschreiben befürchtete Folgen möglicher künftiger Anlagen, keine dokumentierten Schäden durch Unterwasser-Rechenzentren in den Großen Seen. [1] (theguardian.com)

Die ökologische Vorbelastung des Eriesees ist dagegen durch Behördenangaben dokumentiert. Die US-Umweltbehörde EPA bezeichnet Phosphor aus dem Maumee River als wesentlichen Treiber schädlicher Algenblüten im westlichen Seebecken. Die Meeres- und Atmosphärenbehörde NOAA erläutert zudem, dass ausreichend warmes Wasser das Wachstum der dort typischen Cyanobakterien ermöglicht. Nährstoffzufuhr und Temperatur sind deshalb gemeinsam relevant; Wärme allein erklärt die Algenprobleme nicht. Wie stark ein bestimmtes Rechenzentrum den See erwärmen könnte, ist damit noch nicht geklärt. [2][3] (epa.gov)

Auf ihrer eigenen Informationsseite betont die Lake Erie Foundation, dass Rechenzentren nicht grundsätzlich schädlich seien. Kühlung, Wasseraufbereitung und Abwassereinleitung unterschieden sich je nach Anlage. Die Organisation fordert deshalb standortbezogene Prüfungen, Überwachung und Offenlegungspflichten. [4] (lakeeriefoundation.org)

Microsoft-Versuch zeigt technische Möglichkeiten

Ein wichtiger technischer Bezugspunkt ist Microsofts Forschungsprojekt Natick. Das Unternehmen betrieb von 2018 bis 2020 ein versiegeltes Rechenzentrumsmodul vor den schottischen Orkneyinseln. Nach Microsofts Auswertung lag die Ausfallrate der Server bei einem Achtel der landgestützten Vergleichsgruppe – entsprechend rund 87,5 Prozent weniger Ausfällen. Das Ergebnis stammt aus einem Unternehmensversuch und ist kein allgemeiner Nachweis für die Wirtschaftlichkeit oder Umweltverträglichkeit großer Anlagen in Süßwasserseen. [5] (news.microsoft.com)

Als möglichen Vorteil nennt der im Guardian befragte Wissenschaftler Nir Kshetri geringere Kühlkosten durch kaltes Wasser. Microsoft erklärte der Zeitung jedoch, derzeit nirgendwo ein Unterwasser-Rechenzentrum zu planen und sich auf Anlagen an Land zu konzentrieren. Für die Großen Seen bleibt die Debatte somit vorerst eine Frage vorsorglicher Regeln und projektspezifischer Umweltprüfungen. [1] (theguardian.com)

Quellen

  1. The Guardian, Stephen Starr: „The Trump administration wants underwater datacenters. One Great Lakes non-profit is already preparing“, 7. November 2026. Übergebener Ausgangsartikel. Originalartikel.
  2. US Environmental Protection Agency: „Lake Erie Water Quality Data“, aktualisiert am 2. September 2026. Behördliche Übersicht.
  3. NOAA, National Centers for Coastal Ocean Science: „FAQs – Lake Erie Harmful Algal Bloom Forecast System“, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum. Erläuterungen zu Algenblüten.
  4. Lake Erie Foundation: „Data Centers & Lake Erie“, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum. Position und Forderungen der Organisation.
  5. Microsoft, John Roach: „Microsoft finds underwater datacenters are reliable, practical and use energy sustainably“, 14. September 2020. Unternehmensbericht zu Project Natick.