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National-Trust-Mitglieder stimmen für Bankensuche mit strengeren Umweltkriterien

Die Mitglieder des britischen National Trust haben am 7. November 2026 mit großer Mehrheit dafür gestimmt, die Bankdienstleistungen der Organisation neu auszuschreiben und dabei Klima- und Artenschutz stärker zu gewichten. Hintergrund ist Kritik an der bisherigen Partnerbank Barclays. Ein Bankwechsel ist damit jedoch noch nicht beschlossen: Das Votum ist für das Leitungsgremium nicht bindend. [1]

Bei der Jahresversammlung entfielen laut dem übergebenen Guardian-Ausgangsartikel 53.256 Stimmen auf den Antrag und 4.094 dagegen. Das Board of Trustees unterstützte die Vorlage. Die Versammlung war vom National Trust für den 7. November im STEAM Museum in Swindon sowie als Onlineveranstaltung angesetzt worden. [1][2]

Der Antrag fordert eine wettbewerbliche Ausschreibung, sobald dies praktisch möglich ist. Gesucht werden soll eine Bank, deren ethische Ausrichtung zu den Werten des National Trust passt. Auch ihre Unternehmenskredite und die Begleitung von Wertpapieremissionen sollen ein positives Engagement für biologische Vielfalt und die Begrenzung des menschengemachten Klimawandels erkennen lassen. Den entsprechenden Antragstext hatte die beteiligte Kampagnengruppe Christian Climate Action bereits vor der Abstimmung veröffentlicht. [3] (christianclimateaction.org)

Ausschreibung bedeutet noch keine Trennung von Barclays

Trotz seiner Unterstützung für den Antrag behält sich das Leitungsgremium die Entscheidung über das weitere Vorgehen vor. Der stellvertretende Vorsitzende Sandy Nairne erklärte laut Ausgangsartikel, das Ergebnis sei ein wichtiges Signal der Mitglieder, binde die Trustees aber nicht. Es werde zusammen mit der Diskussion auf der Versammlung in künftige Entscheidungen einfließen. Ein verbindlicher Zeitplan für die Ausschreibung geht aus dem Bericht nicht hervor. [1]

Die Suche soll zudem nicht auf spezialisierte Ethikbanken beschränkt werden. Nach der im Ausgangsartikel wiedergegebenen Stellungnahme des Boards müssen große britische Clearingbanken teilnehmen können. Das Gremium begründet dies mit den Anforderungen des National Trust an Bargeldabwicklung, Kreditkapazität, Zahlungsverkehr und betriebliche Größenordnung. Nach seiner Einschätzung bietet derzeit keine spezialisierte Ethikbank diese Kombination im erforderlichen Umfang. [1]

Streit über die Vereinbarkeit von Bankgeschäft und Naturschutz

Befürworter des Antrags sehen einen Widerspruch zwischen dem Schutzauftrag des National Trust und der Finanzierung fossiler Energien durch Barclays. Drew James, Mitinitiator des Antrags und Mitglied von Christian Climate Action, fordert, für Bankverbindungen vergleichbare Umweltmaßstäbe anzulegen wie für Lieferanten und Kapitalanlagen. Dies ist die Position der Kampagne, nicht eine mit dem Votum festgestellte Pflichtverletzung der Bank. [1][3]

Barclays verteidigte gegenüber dem Guardian seine Energiefinanzierung mit dem gleichzeitigen Bedarf an Versorgungssicherheit, bezahlbarer Energie und Dekarbonisierung. Ein Sprecher erklärte, die Bank habe in den vergangenen drei Jahren mehr als 300 Milliarden US-Dollar, im Ausgangsartikel mit rund 225 Milliarden Pfund angegeben, an nachhaltigen und transformationsbezogenen Finanzierungen ermöglicht. Die Summe wird hier als Unternehmensangabe aus dem Ausgangsbericht wiedergegeben, nicht als unabhängig bestätigte Klimawirkung. [1]

Die Kampagnenvertreter bestreiten die Aussagekraft dieser Zahl. Sie verweisen laut Ausgangsartikel darauf, dass unter bestimmten Bedingungen auch Unternehmen aus dem fossilen Energiesektor Zugang zu solchen Finanzierungen erhalten könnten. Die Mitgliedergruppe Restore Trust lehnt die Initiative dagegen grundsätzlich ab: Ihre Vorsitzende Cornelia van der Poll bezeichnete sie als Ablenkung von der Pflege historischer Gebäude und Landschaften. [1]

Entscheidend bleibt damit, ob und wann die Trustees eine Ausschreibung einleiten und wie sie Umweltanforderungen mit den betrieblichen Bedürfnissen der Organisation verbinden. Aus der Abstimmung allein folgt weder eine Kündigung der Barclays-Verbindung noch die Auswahl eines neuen Anbieters. [1]

Quellen

  1. The Guardian Business / Amelia Hill: „National Trust votes to seek banking partner more in tune with its environmental policies“, veröffentlicht am 7. November 2026, 15:06 Uhr UTC. Übergebener Ausgangsartikel; Grundlage insbesondere für Abstimmungsergebnis und Stellungnahmen.
  2. National Trust: „Annual General Meeting“. Offizielle Angaben zu Termin, Veranstaltungsort und Teilnahmeform der Jahresversammlung 2026; kein Veröffentlichungsdatum ausgewiesen. (nationaltrust.org.uk)
  3. Christian Climate Action: Beitrag zur National-Trust-Jahresversammlung 2026, veröffentlicht am 14. Oktober 2026. Primärquelle für Antragstext und Position der Kampagne. (christianclimateaction.org)