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2,76 Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss – Ausbildungssuche wird schwieriger

In Deutschland hatten 2024 rund 2,76 Millionen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2026 hervor. Zugleich zeigt die Ausbildungsmarktbilanz für 2025/26 schlechtere Chancen für gemeldete Ausbildungssuchende: Nur 40 Prozent begannen bis Ende September eine Berufsausbildung. (dserver.bundestag.de)

Hohe Zahl ohne Abschluss, aber leichter Rückgang

Der Berufsbildungsbericht beziffert den Anteil der jungen Erwachsenen ohne formalen Berufsabschluss für 2024 auf 18,8 Prozent – damit war nahezu jeder Fünfte dieser Altersgruppe betroffen. Die auf dem Mikrozensus beruhende Hochrechnung beschreibt allerdings keinen neuen Anstieg: Gegenüber 2023 sank die Zahl um rund 30.000 von 2,79 auf 2,76 Millionen. Auch der Anteil ging leicht zurück, von zuvor 19,0 Prozent. Die im Bericht 2026 veröffentlichten Angaben beziehen sich somit auf das Erhebungsjahr 2024, nicht auf 2026. (dserver.bundestag.de)

Als nicht formal qualifiziert gelten dabei Menschen, die weder eine duale oder schulische Berufsausbildung noch ein Hochschulstudium oder einen gleichwertigen Abschluss vorweisen können. Personen, die noch eine Schule besuchen, eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, sowie Freiwilligendienstleistende werden nicht zu dieser Gruppe gezählt. Der Bericht verweist auf ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko und durchschnittlich geringere Verdienste gegenüber Beschäftigten mit Berufsabschluss. (dserver.bundestag.de)

Weniger Ausbildungsbeginne trotz offener Stellen

Für den Zeitraum Oktober 2025 bis September 2026 meldet die Bundesagentur für Arbeit 179.000 Bewerberinnen und Bewerber, die eine Berufsausbildung begannen. Das waren 12.000 weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen registrierten Bewerbern lag bei 40 Prozent – nach Angaben der Behörde der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Diese Quote betrifft den gemeldeten Bewerberkreis und ist keine Gesamtbilanz aller Ausbildungsbeginne in Deutschland. (statistik.arbeitsagentur.de)

Zum Stichtag 30. September 2026 waren 46.000 gemeldete Bewerber unversorgt. Weitere 47.000 hatten eine Alternative gefunden, suchten aber weiterhin einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig blieben 48.000 betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Bundesagentur führt die erschwerte Vermittlung auf die schwache Wirtschaftslage und darauf zurück, dass Angebot und Nachfrage nicht ausreichend zusammenpassen. (statistik.arbeitsagentur.de)

Bundesweit standen 453.000 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen rund 447.000 Bewerber gegenüber. Hinter diesen ähnlich großen Gesamtzahlen verbergen sich jedoch erhebliche regionale Unterschiede sowie Schwierigkeiten, passende Bewerber und Betriebe zusammenzubringen. (statistik.arbeitsagentur.de)

Teilzeit und begleitetes Wohnen als Unterstützung

Wie konkrete Hindernisse überwunden werden können, beschreibt der übergebene Ausgangsartikel der Tagesschau vom 7. November 2026. In Bochum ermöglicht eine vierjährige Teilzeitausbildung der 22-jährigen alleinerziehenden Sara Krämer den Einstieg in die Pflege. Eine reguläre dreijährige Ausbildung mit frühem Dienstbeginn wäre nach ihrer Schilderung nicht mit den Betreuungszeiten ihrer Tochter vereinbar. (tagesschau.de)

Ein weiteres Beispiel ist das Kolping Jugendwohnen in Frankfurt am Main. Dort erhalten Auszubildende Wohnraum zu einkommensabhängigen Warmmieten sowie sozialpädagogische Unterstützung. Der im Beitrag vorgestellte Bewohner Nicklas Wagner zahlt nach eigenen Angaben 200 Euro monatlich. Die Einrichtung vermittelt bei Bedarf Nachhilfe und unterstützt bei Konflikten, die eine Ausbildung gefährden könnten. (tagesschau.de)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert laut Tagesschau ein stärkeres Engagement der Bundesregierung. Sein Bildungspolitiker Jan Krüger verlangt insbesondere Nachbesserungen an der unter der Ampelregierung eingeführten Ausbildungsgarantie. Dass diese nicht ausreichend wirke, ist dabei die Bewertung des Gewerkschaftsvertreters. (tagesschau.de)

Quellen

  1. Tagesschau Wirtschaft: „Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung in Deutschland“, Nicole Würth, SR, veröffentlicht am 7. November 2026, 16:59 Uhr. Übergebener Ausgangsartikel; Onlinefassung ebenfalls eingesehen.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/junge-menschen-keine-berufsausbildung-100.html

  1. Bundesregierung / Deutscher Bundestag: „Berufsbildungsbericht 2026“, Bundestagsdrucksache 21/5900, insbesondere Abschnitt 2.5.2 „Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss“. Eingesehene Vorabfassung.

https://dserver.bundestag.de/btd/21/059/2105900.pdf

  1. Statistik der Bundesagentur für Arbeit: „Arbeitsmarkt kompakt: Situation am Ausbildungsmarkt 2025/2026“, Berichtszeitraum Oktober 2025 bis September 2026.

https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Fachstatistiken/Ausbildungsmarkt/Online-KV/Situation-Ausbildungsmarkt.html?nn=21052