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Ueno-Bankenkrise in Paraguay: Präsident Peña abgesetzt und unter Hausarrest

Die Krise der Ueno Bank hat in Paraguay Millionen Kunden den Zugang zu ihren Guthaben genommen und zur Absetzung von Präsident Santiago Peña geführt. Der Senat enthob ihn am 6. November 2026 seines Amtes; anschließend wurde er unter Hausarrest gestellt. Ermittler prüfen seine mögliche Verantwortung für die Begünstigung der Bank. Peña bestreitet die Vorwürfe. [1][2] (apnews.com)

Bankgeschäfte eingestellt, Guthaben eingefroren

Der Beschluss der paraguayischen Zentralbank, für Ueno ein gesetzliches Abwicklungsverfahren einzuleiten, datiert vom 2. November 2026. Das bestätigt eine Mitteilung des Obersten Gerichtshofs, die sich auf die entsprechende Zentralbankentscheidung bezieht. Am folgenden Tag konnten Kunden nicht mehr auf ihre Guthaben zugreifen. [3][4] (pj.gov.py)

Nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE war die Solvenzquote der Bank auf weniger als die Hälfte des vorgeschriebenen Mindestwerts gefallen. Damit ist eine aufsichtsrechtliche Kapitalanforderung gemeint – nicht die Aussage, dass nur noch die Hälfte der Kundengelder vorhanden sei. Ueno zählte nach eigenen, von EFE wiedergegebenen Angaben bis Juni 2026 rund 2,9 Millionen Kunden. [4] (efe.com)

Die Sperre trifft den Alltag vieler Betroffener. Der Schriftsteller und Jurist Pedro Volpe schildert im übergebenen Ausgangsartikel des Guardian, dass er Rechnungen nur noch mithilfe anderweitiger Rücklagen bezahlen könne. Andere Kunden hätten Schwierigkeiten, selbst Lebensmittel zu finanzieren. Der Bericht nennt zudem Umsatzeinbrüche einzelner Unternehmen von bis zu 80 Prozent innerhalb der Krisenwoche; eine landesweite Umsatzstatistik ist damit nicht belegt. [1]

Politische Verantwortung und strafrechtliche Vorwürfe

Im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung stehen Peñas frühere Beteiligung an der Unternehmensgruppe hinter Ueno sowie seine Personalentscheidungen. Nach dem Ausgangsartikel hielt er Anteile im Wert von etwa einer Million US-Dollar. Außerdem berief er Carlos Carvallo, zuvor Leiter des Ueno-Vorgängerunternehmens, an die Spitze der Zentralbank. [1]

Der Guardian beziffert die bei Ueno angelegten Staats- und Pensionsmittel auf geschätzte 800 bis 860 Millionen US-Dollar. Die genaue Berechnungsgrundlage dieser Spanne geht aus dem übergebenen Artikel nicht hervor. Peñas Anwälte bestreiten dem Bericht zufolge, dass Belege für eine von ihm gesteuerte Zuweisung von Pensionsgeldern vorlägen. [1]

Peña hatte am 5. November seinen Rücktritt angeboten. Der Senat setzte ihn am folgenden Tag dennoch ab; damit blieb ihm der Schutz verwehrt, den er bei Annahme des Rücktritts als Senator auf Lebenszeit hätte erhalten können. Vizepräsident Pedro Alliana wurde als Nachfolger vereidigt. Die politischen Beschlüsse und Ermittlungen stellen keine strafrechtliche Verurteilung Peñas dar. [2] (apnews.com)

Erste Erstattungen, aber keine allgemeine Freigabe

Laut EFE deckt die Einlagensicherung je natürlicher oder juristischer Person bis zu 75 Mindestlöhne ab, damals rund 228,3 Millionen Guaraní beziehungsweise 38.622 US-Dollar. Erste Zahlungen begannen demnach am 5. November 2026 – der Ausgangsartikel nennt dagegen den 6. November. [1][4] (efe.com)

Die erste Auszahlungsgruppe umfasste Guthaben bis zehn Millionen Guaraní, etwa 1.565 US-Dollar. Voraussetzung waren unter anderem fehlende Schulden bei Ueno und ein Konto bei einer anderen Bank. Das bedeutete jedoch keine vollständige Wiederherstellung des Zugangs für sämtliche Kunden. Wann alle berechtigten Betroffenen entschädigt werden und welche Verluste darüber hinaus verbleiben, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend bestimmen. [4] (efe.com)

Quellen

  1. The Guardian / Tiago Rogero, 7. November 2026: „‘Very strange, very sad’: Paraguay bank collapse fells a presidency and leaves millions broke“. Übergebener Ausgangsartikel.
  2. Associated Press / Isabel Debre, Nayara Batschke und Emilio Sanabria, 6. November 2026: „Ousted Paraguayan president placed under house arrest after bank collapse“.
  3. Oberster Gerichtshof Paraguays, 5. November 2026: Mitteilung über das Abwicklungsverfahren für Ueno Bank S.A..
  4. EFE, 6. November 2026: „¿Por qué la caída de Ueno Bank deja en vilo a los ahorristas y a los fondos públicos de Paraguay?“.