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Pop Mart meldet deutlichen Umsatzrückgang – Sammler berichten von nachlassendem Labubu-Hype

Der Spielwarenanbieter Pop Mart hat für das dritte Quartal 2026 einen weltweiten Umsatzrückgang von 45 bis 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gemeldet. Zugleich schildern Sammler und Inhalteanbieter der BBC ein sinkendes Interesse an den Labubu-Figuren. Die Geschäftszahlen belegen den Rückgang auf Konzernebene, weisen aber nicht gesondert aus, wie stark die Verkäufe der Labubu-Reihe betroffen sind. [1][2] (www1.hkexnews.hk)

Deutliche Einbußen nach starkem Vorjahreswachstum

Nach der am 27. Oktober veröffentlichten Unternehmensmitteilung sank der Umsatz von Pop Mart im Zeitraum Juli bis September 2026 in sämtlichen ausgewiesenen Regionen. Für die Region Amerika nannte das Unternehmen ein Minus von 70 bis 75 Prozent, für Asien-Pazifik außerhalb des chinesischen Berichtssegments 65 bis 70 Prozent und für Europa sowie weitere Regionen 50 bis 55 Prozent. Im chinesischen Berichtssegment betrug der Rückgang 25 bis 30 Prozent. Die vorläufigen Angaben wurden von den Wirtschaftsprüfern weder geprüft noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen und können noch angepasst werden. [2] (www1.hkexnews.hk)

Die regionale Abgrenzung ist dabei wichtig: Während der BBC-Ausgangsartikel von mindestens 70 Prozent weniger Umsatz in den USA spricht, weist die Unternehmensmitteilung diesen Rückgang für die gesamte Region Amerika aus. Eine gesonderte US-Zahl enthält sie nicht. [1][2] (www1.hkexnews.hk)

Der Vergleich erfolgt zudem mit einem außergewöhnlich starken Vorjahresquartal. Für das dritte Quartal 2025 hatte Pop Mart einen weltweiten Umsatzanstieg von 245 bis 250 Prozent gegenüber 2024 gemeldet. Der jetzige Einbruch folgt damit auf eine Phase sehr schnellen Wachstums; die Zahlen allein erklären jedoch nicht, welchen Anteil veränderte Nachfrage oder andere Faktoren daran haben. [3] (www1.hkexnews.hk)

Sammler kaufen selektiver

Der BBC-Bericht vom 7. November 2026 beschreibt einen Stimmungswechsel anhand mehrerer Sammler. Der unter dem Namen Ensito auftretende Inhalteanbieter aus North Carolina gab demnach mehr als 50.000 US-Dollar für über 400 Labubus aus. Inzwischen erreichten seine Beiträge über die Figuren deutlich schwerer die früher üblichen Abrufzahlen. Er beschäftige sich deshalb stärker mit anderen Sammeltrends. Auch der in Melbourne lebende Lawrence Yu berichtete der BBC von nachlassender Aufmerksamkeit und davon, künftig gezielter einzukaufen. Diese persönlichen Erfahrungen sind Hinweise auf verändertes Interesse, aber keine repräsentative Messung des Gesamtmarkts. [1]

Ein wesentlicher Teil des Sammelreizes liegt laut den von der BBC Befragten in den sogenannten Blind Boxes: verschlossenen Verpackungen, deren genaue Figur erst nach dem Kauf sichtbar wird. Seltene Varianten und die Suche nach bestimmten Ausführungen hätten die Nachfrage verstärkt. Der Marketingdozent Samer El Hajjar von der National University of Singapore verweist gegenüber der BBC auf die Bedeutung schwer erhältlicher Figuren. Die China-Beraterin Ashley Dudarenok sieht die frühere Exklusivität durch eine ausgeweitete Produktion geschwächt. Das sind Erklärungsansätze der Befragten, keine durch die Umsatzmeldung nachgewiesenen Ursachen. [1]

Nachlassender Hype bedeutet nicht das Ende der Fangemeinde

Die BBC beschreibt zugleich Konkurrenz durch andere Sammelfiguren, darunter Sonny Angels und Smiski. Für Pop Mart stellt sich nach Einschätzung der im Bericht zitierten Fachleute die Frage, ob aus kurzfristiger Aufmerksamkeit eine dauerhafte Bindung an seine Figuren entstehen kann. Pop Mart beantwortete laut BBC Fragen zu den rückläufigen Verkäufen nicht. [1]

Nicht alle Befragten verlieren jedoch das Interesse. Mehrere Sammlerinnen erklärten der BBC, weiterhin neue Figuren kaufen zu wollen – teils bewusster und unabhängig von ihrer Popularität in sozialen Medien. Der Bericht zeichnet damit das Bild einer abkühlenden Begeisterung, nicht eines vollständigen Verschwindens der Nachfrage. [1]

Quellen

  1. BBC Business: Osmond Chia, „Labubu hype seemed unstoppable, now the fluffy monster mania is dying“, veröffentlicht am 7. November 2026. Grundlage ist der vollständig übergebene Ausgangsartikel; die BBC-Seite war beim ergänzenden Abruf nicht zugänglich.
  2. Pop Mart International Group Limited, veröffentlicht über HKEX: „Latest Business Update for the Third Quarter of 2026“, 27. Oktober 2026.
  3. Pop Mart International Group Limited, veröffentlicht über HKEX: „Latest Business Update for the Third Quarter of 2025“, 21. Oktober 2025.