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DAX-Aktien rund um die Uhr: 360X startet Angebot, Privatanleger müssen noch warten

Die Deutsche Börse hat am 27. Oktober 2026 ein Handelsmodell eingeführt, das Geschäfte mit DAX-Aktien auch nachts und am Wochenende ermöglicht. Außerhalb der üblichen Handelszeiten übernimmt die Plattform 360X. Für Privatkunden fehlt jedoch noch der Zugang: Nach dem Tagesschau-Bericht vom 8. November bietet bislang keine Bank ihnen diesen Handel an. [1][2] (deutsche-boerse.com)

Infrastruktur verfügbar, Zugang über Banken noch offen

Das neue Angebot umfasst die Aktien aller 40 DAX-Unternehmen. Gehandelt werden klassische Aktien mit ihren regulären Wertpapierkennungen, keine tokenisierten Ersatzinstrumente. Die Deutsche Börse bezeichnet 360X als Beteiligung; die Ausführung erfolgt dort über ein reguliertes multilaterales Handelssystem, kurz MTF. Bestehende Handelsteilnehmer können sich anbinden und ihre vorhandenen Clearstream-Konten zur Abwicklung nutzen. [2] (deutsche-boerse.com)

Für Privatanleger bedeutet der Start deshalb noch keine sofortige Verfügbarkeit im Depot. Sie benötigen eine Bank oder einen Broker, der den Zugang zu 360X anbietet. Laut dem übergebenen Ausgangsartikel war dies am Morgen des 8. November noch bei keiner Bank möglich. Ein Sprecher der Deutschen Börse erklärte gegenüber tagesschau.de, 360X führe Gespräche mit verschiedenen Brokern. Einen verbindlichen Starttermin für Privatkunden nennt der Bericht nicht. [1] (tagesschau.de)

Preise entstehen auf Anfrage

Der Nacht- und Wochenendhandel funktioniert über ein sogenanntes Request-for-Quote-Verfahren: Für ein gewünschtes Geschäft wird ein Preis angefragt. Der Kunde kann ein daraufhin abgegebenes Angebot annehmen oder ablehnen. Ohne Einigung kommt kein Abschluss zustande. Anders als im regulären Xetra-Handel entsteht der Preis damit nicht durch das Zusammenführen zahlreicher Kauf- und Verkaufsaufträge in einem fortlaufenden Orderbuch. [1][2] (tagesschau.de)

Xetra bleibt daneben bestehen. Nach Angaben der Deutschen Börse gelten weiterhin die Kernhandelszeiten von montags bis freitags zwischen 9 und 17.30 Uhr MEZ sowie der erweiterte Privatkundenhandel von 8 bis 22 Uhr MEZ. Die regulären Xetra-Auktionen bleiben unverändert; außerhalb dieser Zeiten festgestellte 360X-Schlusskurse bestimmen nicht den nächsten Xetra-Eröffnungskurs. [2] (deutsche-boerse.com)

Mehr zeitliche Flexibilität, mögliche Preisnachteile

Das Angebot soll ermöglichen, auch außerhalb der bisherigen Handelszeiten auf Nachrichten zu reagieren. Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, sieht darin laut Tagesschau insbesondere eine Möglichkeit, Positionen bei unerwarteten Ereignissen zu verkaufen. Ein großes nächtliches Handelsvolumen erwartet er allerdings nicht. Das ist eine Einschätzung, keine bereits belegte Entwicklung des neuen Angebots. [1] (tagesschau.de)

Stanzl rechnet zudem mit größeren Abständen zwischen Ankaufs- und Verkaufspreisen. Als Gründe nennt er weniger Marktteilnehmer und das Risiko der Händler, Positionen bis zum nächsten regulären Handel halten zu müssen. Außerhalb der Xetra-Zeiten fehlt außerdem ein laufend aktualisierter Xetra-Referenzkurs. Rund um die Uhr verfügbare Handelsmöglichkeiten garantieren daher weder einen Abschluss noch dieselben Preise wie während des Haupthandels. [1] (tagesschau.de)

Quellen

  1. Tagesschau Wirtschaft: „Wie der Aktienkauf rund um die Uhr funktionieren soll“, Alina Leimbach, ARD-Finanzredaktion, veröffentlicht am 8. November 2026, 8.35 Uhr MEZ. Übergebener Ausgangsartikel.
  2. Deutsche Börse Group: „Deutsche Börse Group führt 24/7-Handel für DAX 40-Aktien auf 360X ein“, Unternehmensmitteilung vom 27. Oktober 2026.