Demonstranten dringen auf Baustelle für Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam ein
Bei Protesten gegen ein geplantes Microsoft-Rechenzentrum in Amsterdam sind am 6. November 2026 Aktivisten auf das Baugelände vorgedrungen und mit der Polizei aneinandergeraten. Die Behörden nannten zunächst 150 bis 200 Festnahmen. Nach einem späteren Bericht des niederländischen Senders NOS wurden mehr als 200 Menschen festgenommen; inzwischen sind alle wieder frei. [1][2] (cointelegraph.com)
Protest auf und neben dem Baugelände
Die Auseinandersetzungen ereigneten sich im Amsterdamer Stadtteil Sloterdijk. Nach der Vor-Ort-Berichterstattung von NOS durchbrachen Aktivisten die Absperrungen des Geländes, auf dem das Rechenzentrum entsteht. Einige kletterten auf einen Baukran und auf das Dach des noch unfertigen Gebäudes. Bereits zuvor war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. [3] (nos.nl)
Dabei kamen unterschiedliche Protestgruppen zusammen. Fossielvrij NL demonstrierte außerhalb des Geländes gegen den Bau von Rechenzentren. An der Aktion auf der Baustelle beteiligten sich auch pro-palästinensische Aktivisten, darunter Mitglieder von Geef Tegengas. NOS zufolge richtet sich deren Protest gegen Microsofts Dienstleistungen für Israel. Fossielvrij begründet seine Ablehnung unter anderem mit dem hohen Energiebedarf von Rechenzentren und dem Einsatz von Gas bei einigen Anlagen. [2][3] (nos.nl)
Ein Vertreter von Geef Tegengas erklärte dem lokalen Sender AT5, die Besetzung solle den Bau verhindern. Das berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press in einer auch bei CNA veröffentlichten Meldung. Die Aktion fand im Rahmen weiterer Proteste gegen große Rechenzentren in mehreren europäischen Ländern statt. [4] (channelnewsasia.com)
Festgenommene wieder freigelassen
Die im Ausgangsartikel von Cointelegraph genannte Zahl von 150 bis 200 Festnahmen war eine erste behördliche Schätzung. Als Anlass wurde der Verdacht des unbefugten Eindringens genannt. In seinem Folgebericht vom 7. November meldete NOS unter Berufung auf einen Polizeisprecher mehr als 200 Festgenommene, die alle wieder freigelassen worden seien. Eine Person habe wegen eines Diebstahlvorwurfs über Nacht in einer Zelle bleiben müssen. [1][2] (cointelegraph.com)
Nach Darstellung der Polizei hatten Aktivisten unter anderem einen Winkelschleifer und Kletterausrüstung dabei und waren trotz wiederholter Aufforderungen nicht bereit, diese abzugeben. Zudem stehen Sachbeschädigungen und die mutmaßliche Mitnahme von Gegenständen vom Gelände im Raum. Diese Angaben beschreiben Vorwürfe, keine gerichtlich festgestellte Schuld. [2] (nos.nl)
Microsoft erklärte gegenüber NOS, das Unternehmen respektiere das Recht auf friedlichen Protest. Rechtswidrige Handlungen oder Aktionen, die Menschen gefährdeten, billige es jedoch nicht. Eine entsprechende Stellungnahme enthält auch der übergebene Ausgangsartikel. [1][3] (nos.nl)
Quellen
- Cointelegraph – Michael Millard: „Amsterdam protesters break into Microsoft data center construction site: Report“, veröffentlicht am 8. November 2026. Übergebener Ausgangsartikel.
- NOS: „Aangehouden demonstranten bij datacenterprotest Amsterdam weer vrij“, 7. November 2026.
- NOS, mit Vor-Ort-Berichterstattung von Danny Simons: „Activisten breken door de hekken van terrein datacenter Microsoft in Amsterdam“, Bericht zum Protest am 6. November 2026.
- Associated Press, veröffentlicht bei CNA: „Protesters break into Microsoft data centre site in Amsterdam as Europe’s backlash spreads“, Bericht zum Ereignis vom 6. November 2026.

